Zum Abschluss des OB-Wahlkampfes …

Ein Beitrag zum Themengebiet Alles, geschrieben am 9. Juli 2009 von Georg

… möchte ich auch eine Zusammenfassung geben:

Bei den großen Inhalten Wirtschaft, Bildung, Arbeit, Vereinsleben und Familie herrscht ja bis auf Nuancen in der Gewichtung Einigkeit unter den Kandidaten. Blicken wir also auf die Unterschiede:

Thomas Heber, glaubt dass die Stadt genug Geld hat um aus ihr eine blühende Barockstadt mit Herz zu machen. Man müsste nur an den richtigen Stellen danach suchen. Über die vermuteten Stellen gibt er allerdings keine weitere Auskunft, nur, dass es was mit Inspiration und Motivation zu tun hat. Sepa möchte er z.B. motivieren, sich freiwillig zurückzuziehen, alternativ auf Verfahrensfehler prüfen.

Cornelia Petzold-Schick möchte aus Bruchsal eine Stadt machen, in der die Menschen gerne leben und zu der sie gerne hin kommen. Mit ihrer Stärke als überparteilicher, integrierender Faktor möchte sie die Kommunikation auf den verschiedenen Ebenen von Verwaltung und Bürgern verbessern um bei den auf die Stadt zukommenden Herausforderungen zu sachorientierten Lösungen zu gelangen. Frau Petzold-Schick möchte das „WIR“-Gefühl in Bruchsal stärken.

Hans-Peter Biedermann legt seinen Schwerpunkt auf Regelungen und Einrichtungen, die geprüft (lies: abgeschafft) werden sollen. Auf dieser Liste befinden sich Einrichtungen wie: Ortschaftsräte und Ortsvorsteher aber auch der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV), den er als „Groschengrab“ bezeichnet. Tja, Herr Biedermann, dann werden Sie wohl als Oberbürgermeister alle Pendler persönlich nach Karlsruhe und die Region befördern, oder? Und ob das „Einsperren“ der Bruchsaler die kein eigenes Auto haben die geeignete Lösung zur Belebung der Innenstadt ist…?

Florian Hartmann, der Wunschkandidat der CDU, möchte, dass die bessere Ideen in Bruchsal gewinnen. Gute Sache, Herr Hartmann – aber da müssten Sie überparteilich arbeiten, doch Sie sind ihr gesamtes politisches Leben lang noch nie aus dem CDU-Netzwerk ausgebrochen. Ihre Erfahrung in überparteilicher Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene ist also gleich Null. Und was die besseren Ideen angeht: Ist Ihnen aufgefallen, dass nur die Kommunisten in Russland, Asien und Südamerika ihrer politischen Elite größere Denkmäler bauen, als die Bruchsaler CDU? Bei den Kommunalwahlen waren es übergroße Plakate und jetzt diese „Hurra!“-Rufe im Wochenblatt – eine solch geballte Heldenverehrung zeugt oft (siehe Kommunismus) von schwachen Persönlichkeiten gewappnet mit schwachen Argumenten. Aber vielleicht ist es ja bei Ihnen anders …
Peter Metzka sagt, ausschlaggebend für seine Kandidatur war die Tatsache, dass er mit manchen Entscheidungen (wie z.B. Sepa) der Stadt in den letzten Jahren nicht einverstanden war und dies falsch kommuniziert wurde. Er findet – wie Frau Petzold-Schick, dass bei wichtigen Entscheidungen die Bürger zukünftig besser einbezogen sollten.

Jens Skibbe, kennt die Stadt und weiß, was sie braucht. „Aus Bruchsal – Für Bruchsal“ … wär auch ein schöner Slogan für den scheidenden OB gewesen und auch die Überzeugung alles schon zu wissen, scheint die beiden zu einen.

<meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 3.1 (Win32)" />Zum Abschluss des OB-Wahlkampfes …</p> <p>… möchte ich auch eine Zusammenfassung geben:</p> <p>Bei <strong>den großen Inhalten Wirtschaft, Bildung, Arbeit, Vereinsleben und Familie herrscht ja bis auf Nuancen in der Gewichtung Einigkeit</strong> unter den Kandidaten. Blicken wir also auf die Unterschiede:</p> <p><strong>Thomas Heber,</strong> glaubt dass die Stadt genug Geld hat um aus ihr eine blühende Barockstadt mit Herz zu machen. Man müsste nur an den richtigen Stellen danach suche. Über die vermuteten Stellen gibt er allerdings keine weitere Auskunft, nur, dass es was mit <strong>Inspiration und Motivation</strong> zu tun hat. Sepa möchte er z.B. motivieren, sich freiwillig zurückzuziehen, alternativ auf Verfahrensfehler prüfen.</p> <p><strong>Cornelia Petzold-Schick</strong> möchte aus Bruchsal eine Stadt machen, in der die Menschen gerne leben und zu der sie gerne hin kommen. Mit ihrer Stärke als überparteilicher, integrierender Faktor möchte sie die <strong>Kommunikation auf den verschiedenen Ebenen von Verwaltung und Bürgern verbessern </strong>um bei den auf die Stadt zukommenden Herausforderungen zu sachorientierten Lösungen zu gelangen. Frau Petzold-Schick möchte das „WIR“-Gefühl in Bruchsal stärken.</p> <p><strong>Hans-Peter Biedermann</strong> legt seinen Schwerpunkt auf <strong>Regelungen und Einrichtungen, die geprüft (sprich abgeschafft</strong>) werden sollen. Auf dieser Liste befinden sich Einrichtungen wie: <strong>Ortschaftsräte und Ortsvorsteher aber auch der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV)</strong>, den er als „Groschengrab“ bezeichnet. Tja, Herr Biedermann, dann werden Sie wohl als Oberbürgermeister alle Pendler persönlich nach Karlsruhe und die Region befördern, oder? Und ob das „Einsperren“ der Bruchsaler die geeignete Lösung zur Belebung der Innenstadt ist…?</p> <p><strong>Florian Hartmann</strong>, der Wunschkandidat der CDU, möchte, dass <strong>die bessere Ideen in Bruchsal gewinnen</strong>. Gute Sache, Herr Hartmann – aber da müssten Sie überparteilich arbeiten, doch Sie sind ihr gesamtes politisches Leben lang noch nie aus dem CDU-Netzwerk ausgebrochen. Und was die besseren Ideen angeht: Ist Ihnen aufgefallen, dass nur die Kommunisten in Russland, Asien und Südamerika ihrer politischen Elite größere Denkmäler bauen, als die Bruchsaler CDU? Bei den Kommunalwahlen waren es übergroße Plakate und jetzt diese „Hurra!“-Rufe im Wochenblatt – eine solche Heldenverehrung zeugt meist (siehe Kommunismus) von schwachen Persönlichkeiten gewappnet mit schwachen Argumenten.</p> <p><strong>Peter Metzka</strong> sagt, ausschlaggebend für seine Kandidatur war die Tatsache, dass er mit manchen Entscheidungen (wie z.B. Sepa) der Stadt in den letzten Jahren nicht einverstanden war und dies falsch kommuniziert wurde. Er findet – wie Frau Petzold-Schick, dass bei wichtigen Entscheidungen die Bürger zukünftig besser einbezogen sollten.</p> <p><strong>Jens Skibbe</strong>, kennt die Stadt und weiß, was sie braucht. „Aus Bruchsal – Für Bruchsal“ … wär auch ein schöner Slogan für den scheidenden OB gewesen und auch die Überzeugung alles schon zu wissen, scheint die beiden zu einen. Immerhin möchte er Gemeinderatsvorlagen zukünftig im Voraus im Internet veröffentlichen um so für Akzeptanz zu werben. Kein umständliches und langwieriges Fragen der Bürger also, ist auch nicht nötig, er kennt sie ja alle. Da reicht es schon, wenn sie ihm zuhören … </p> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=27#respond" title="Kommentar zu Zum Abschluss des OB-Wahlkampfes ..."> Schreiben Sie einen Kommentar »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=27" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=27" dc:title="Zum Abschluss des OB-Wahlkampfes …" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=27" /> </rdf:RDF></div> <!-- uncomment the "by Georg to put the author's name on the post --> <div class="post"> <h2 id="post-26"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=26" rel="bookmark" title="Link zu Europa - Monopoly">Europa - Monopoly</a></h2> <small>Ein Beitrag zum Themengebiet <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle Beiträge in Alles ansehen" rel="category tag">Alles</a>, geschrieben am 7. Juni 2009 von Georg</small> <div class="entry"> <p>Deutschland hat für Europa gewählt. Schon bevor die Endergebnisse bekannt werden, kann man aber einiges über die Wahl der Deutschen sagen: Bei der Wahl zwischen sozialer Gerechtigkeit, das einige teilweise auch schmerzliche Veränderungen notwendig gemacht hätte und dem Erhalt des Status Quo, hat sich der deutsche Wähler für das Geld entschieden. Es ist natürlich eine Illusion; wir alle wissen, dass sich offensichtliche Probleme nicht lösen lassen, indem man die Augen davor verschließt. Die Probleme werden daher wachsen, das Jubel-Geschrei um Wachstum, Aufschwung und “die Mitte” wird lauter werden, während die Gesellschaft in Europa (und damit auch in Deutschland) immer weiter auseinanderfällt, während sich die soziale Schere in Europa, aber auch weltweit immer weiter öffnet. Ja, “die Mitte” wird ihr Credo vom Glauben ans Geld lauter beten müssen, denn es wird mit wachsender sozialer Ungerechtigkeit auch zunehmend andere Gebete geben.</p> <p>Ok - Deutschland hat gewählt, das Ergebnis ist ein demokratisch erreichtes und muss darum akzeptiert werden, verschließen wir also weiterhin die Augen. Geld regiert die Welt … bis auf Weiteres auch Europa.</p> <p>Ganz nebenbei bemerkt: 42 % Wahlbeteiligung … SCHÄMT EUCH! Auch wenn der Wahlkampf müde war, Europa ist keine Utopie sondern Realität. Und Europa braucht Europäer - damit seid ihr gemeint! </p> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=26#respond" title="Kommentar zu Europa - Monopoly"> Schreiben Sie einen Kommentar »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=26" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=26" dc:title="Europa - Monopoly" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=26" /> </rdf:RDF></div> <!-- uncomment the "by Georg to put the author's name on the post --> <div class="post"> <h2 id="post-25"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=25" rel="bookmark" title="Link zu Der Tanz ums goldene Kalb">Der Tanz ums goldene Kalb</a></h2> <small>Ein Beitrag zum Themengebiet <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle Beiträge in Alles ansehen" rel="category tag">Alles</a>, geschrieben am 3. Juni 2009 von Georg</small> <div class="entry"> <p style="margin-bottom: 0cm"><strong>Schon wieder was aus der Bibel? Ja und nein.</strong></p> <p style="margin-bottom: 0cm">Der Bonner Soziologe Meinhard Miegel vergleicht unseren Wachstumswahn mit dem Ablasshandel im Mittelalter und sieht in unserem Gebaren einen Tanz um das Goldene Kalb.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Miegel stellt fest, dass sich etwa ab Ende der 70er-Jahre unsere Werte geändert haben. Seither haben wir alles, ALLES, dem materiellen Wachstum unterworfen. Wir opfern unser ganzes Mensch-Sein dem Kapitalismus. Und das ist die biblische Komponente in diesem Drama: Der Kapitalismus ist die neue Religion, die Broker und Finanzexperten sind die Hohepriester und Politiker, die uns ewiges Wachstum versprechen die (falschen) Propheten – das Goldene Kalb um das sich alles dreht ist – unmittelbar einsichtig – das Geld.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Miegel erkennt in der Finanzkrise die zweite Stufe der Krise, die erste sei die Wirtschaftskrise in den 70er-Jahren gewesen, in die nur die Industrie verwickelt gewesen sei, in der zweiten Stufe, die wir letztes Jahr erlebt haben, waren die Industrie und Banken betroffen und ins Trudeln geraten – eine große Finanzblase, hinter der keine neue Substanz steckte war geplatzt. Die Politiker und die Menschen hätten daraus aber noch nicht die notwendigen Lehren gezogen. Statt nun der falschen Religion der Rücken zu kehren verwickelten sich nun auch die Staaten in die Krise, entwickelten Schutzschirme und unternähmen jede Anstrengung um den Konsum am Laufen zu halten. Miegel fragt nun, wer einen Schutzschirm aufspannen könnte, wenn auch diese Blase platzt und etwa um das Jahr 2010/2015 (wenn das Geld verbraucht sein wird) ganze Staaten ins Trudeln geraten.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0cm"><strong>Wie könnte eine Umkehr, also Abkehr vom Tanz ums Goldene Kalb aussehen?</strong></p> <p style="margin-bottom: 0cm">Meinhard Miegel stellt fest, dass sich der moderne Mensch nur eine sehr kurze Zeit über Wirtschaftswachstum definiert habe, die vielen Jahrtausende davor sei es auch ohne gegangen. Warum sollte es nicht auch danach ohne gehen? Im Jahr 2009 werden wir wirtschaftlich vielleicht auf dem Niveau von 2005 landen. 2005 sei kein Elendsjahr für uns gewesen. Kein dauerndes Wachstum, also mal ein gewisser Rückgang, überwiegend Stillstand und dann vielleicht auch mal ein geringes Wachstum – damit könnten die Menschen gut leben, sie müssten sich nur dem notwendigen Lernprozess öffnen. <strong>Und wir würden dadurch sogar etwas gewinnen, wir würden unsere Menschlichkeit zurück erhalten</strong>, wenn wir den Wert erkennen, der z.B. darin steckt ein Musikinstrument oder eine bestimmte Sportart gut zu beherrschen, anders ausgedrückt: wenn wir uns innen weiterentwickeln und nicht nur außen.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0cm">Und da ist wieder der Bogen zur Bibel: „Ihr könnt nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon.“ (um den prägnantesten zu wählen)</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Gott stellt den Menschen in den Mittelpunkt und warnt - <strong>gleich im ersten Gebot</strong> - vor (falschen) Götzen, Christus und Mohammed rufen die Menschen zur Menschlichkeit und zum Miteinander auf – nur im Miteinander könne die Menschheit wachsen. Die Erkenntnis von Meinhard Miegel ist mindestens 2000 Jahre alt, wir hätten bloß zuhören müssen ….</p> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=25#respond" title="Kommentar zu Der Tanz ums goldene Kalb"> Schreiben Sie einen Kommentar »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=25" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=25" dc:title="Der Tanz ums goldene Kalb" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=25" /> </rdf:RDF></div> <!-- uncomment the "by Georg to put the author's name on the post --> <div class="post"> <h2 id="post-23"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=23" rel="bookmark" title="Link zu Glaubensbrüder">Glaubensbrüder</a></h2> <small>Ein Beitrag zum Themengebiet <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle Beiträge in Alles ansehen" rel="category tag">Alles</a>, geschrieben am 1. Juni 2009 von Georg</small> <div class="entry"> <p><meta http-equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8"><title>

Grade habe ich eine Sendung im ZDF gesehen, die Wasser auf die Mühlen meiner Gedanken ist: „Abraham – Patriarch der Menschlichkeit“. Es geht – natürlich – um DEN Abraham, den sowohl Juden, Christen und auch Moslems als den Stammvater ihrer Religion verehren.

Ja, es ist vielen von uns im Alltag und im gegenseiten Misstrauen und Hass oft nicht mehr bewusst. Alle drei großen Weltreligionen besitzen gemeinsame Wurzeln und beten zum selben Gott! Es ist nur ein Gott, obwohl es drei Religionen sind. Wie kann das sein?

Ich habe da eine Theorie, wann sich aus einer Religion eine neue abspaltet. Wie gesagt: Meine Theorie! … Nichts Wissenschaftliches, einfach ein Gefühl. Es geschieht – zwangsläufig! - immer dann wenn eine Religion „zur Ruhe kommt“. Damit meine ich, dass die Anhänger dieser Religion aufhören wirklich mit ihrem ganzen Herzen nach Gott zu suchen und stattdessen „glauben“ ihn gefunden zu haben. „Finden“ ist hier im Sinne von „besitzen“ zu verstehen. An diesem Punkt angelangt, beginnt der Glaube der Menschen und damit auch das Bewusstsein der Gläubigen sich nur noch um sich selbst zu drehen, die Religion kapselt sich von der Außenwelt ab, die Anhänger sehen in ihrer Berufung von Gott gleichzeitig den Auftrag den Rest der Welt, die Ungläubigen, zu bekehren (=zu unterwerfen, die Juden sind hier die Ausnahme, sie haben als “das auserwählte Volk” ihren Glauben wirklich komplett von der Außenwelt abgekapselt) – zu deren Heil – und übersehen dabei, dass alle Menschen von Gott gerufen sind, aber jeder den Ruf anders hört (Anders! Es gibt da kein Richtig oder Falsch!) . Sie übersehen, dass sie von Gott aufgerufen wurden von „den Anderen“ zu lernen, ihre einzige Lehre für die anderen soll ihr Leben (als Vorbild) sein.

So entstand das Christentum zu einem Zeitpunkt, als die Juden so fixiert auf die Schrift (die Tora) und den alten Bund mit Gott waren, dass sie nicht bereit waren zu erkennen, dass Gott ihnen einen neuen angeboten hatte, dass er ihnen ein neues Reich verheißen hatte, zwar keines, in dem Milch und Honig fließt, aber eines, das jeder in sich selbst trägt und das ihn jetzt schon eins mit Gott macht und nicht erst am jüngsten Tag, auf den sie immer noch warten. Auch die ersten Christen haben noch auf die baldige Ankunft des jüngsten Tages gewartet, das Erbe des jüdischen Urglaubens. (Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der jüngste Tag ist in der Bibel angekündigt und wird auch kommen! Allerdings haben die Menschen bis dahin in ihrer Entwicklung noch einen weiten Weg zurückzulegen und Gott wird dafür sorgen, dass wir keine Station auslassen. Den Plan Gottes können wir nicht ändern oder gar aufhalten!) Die Juden hatten sich in ihrem Glauben eingerichtet, natürlich fühlten sie sich von der Ankündigung einer solch radikalen Veränderung angegriffen. Über eine Milliarde Christen bestätigt aber eindrucksvoll, dass sie die Entscheidung Gottes zu diesem neuen Bund nicht aufhalten konnten – die Zeit war reif dafür und der neue Bund kam über die Menschen, über alle Menschen. Mit ihrem Versuch, es aufzuhalten (denn sie mussten in ihrer Verfassung Jesus als Aufrührer als das Böse sehen), beschleunigten sie den Prozess. Durch die Kreuzigung Jesu erfüllten sie den alten Bund mit Gott und wurden so zum wahrhaft auserwählten Volk Gottes.

Und dann ein paar hundert Jahre später kam auch die christliche Religion, die erste – mit Hilfe des Römischen Reiches – auch geographisch fassbare Weltreligion, zur Ruhe. Anstatt den Glauben an die Erlösung zu leben, stritten die Christen darum, wie denn nun der wahre Glaube zu definieren sei. War Jesus nun von Geburt an ein Mensch und wurde erst durch seine Auferstehung zum Christus oder war er als Gottes Sohn von Geburt an wahrer Mensch und wahrer Gott, aber wenn er das war, widerspräche das dann nicht dem Postulat, dass es nur einen Gott geben kann? Das war nur ein Streitpunkt von vielen, der christliche Glaube drehte sich nur noch um sich selbst, splitterte – wie es sein muss, wenn die Menschen sich von Gott abwenden! (der Versuch, Gott zu definieren ist eine Abwendung von Gott, denn mit einer für alle Menschen gültigen Definition - einer allgemeingültigen Einteilung in Richtig und Falsch - schafft der Mensch ein Bild von Gott, ein Götze, das Gott ersetzt!) - immer weiter auf und machte so einen neuen Ruf Gottes notwendig (der dies wohl immer macht, wenn seine Kinder den Weg verloren haben)

Mohammed erschien auf der Bildfläche. Er war der Nagel im Kreuz der Christen und gleichzeitig die Fackel des neuen Lichtes für die Welt (für einen neuen, neuen Bund hätten wir Christen erst Mal den alten Neuen erfüllen müssen). Die meisten Christen waren aber – jetzt in derselben Situation wie einige Jahrhunderte davor die Juden – nicht in der Lage, diesen Ruf zu verstehen und hielten an allem Gewohnten fest, auch an allen Fehlern. Andere hörten den Ruf und folgten: Eine neue Religion war in die Welt gekommen, der Islam. Der Islam hat das Christentum aber nicht abgelöst, er füllt die Glaubenslücken der Christen, er ist im Glauben da stark, wo die Christen schwach sind (und dort schwach, wo die Christen stark sind - wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass alle 6 Mrd. Menschen Teil in Gottes Plan sind und nur zusammen ein Ganzes ergeben).  Aber auch die Moslems sind nicht immun gegen diese menschlichste aller Schwächen, die Eitelkeit. Auch im Islam ist schon vor langem der Streit, wie der Glaube denn nun zu verstehen sei, voll entbrannt – und zerbricht so auch diesen von Gott gestifteten Glauben ebenso in immer neue Untergruppen.

Die Christen haben den Ruf bis heute nicht verstanden, kämpften - für Gott (so glaubten sie) - gegen die Moslems und gegeneinander und so führte (vereinfacht und stark verkürzt dargestellt) unsere Eitelkeit zu einer immer stärkeren Aufspaltung, etwa zur Zeit Mohammeds in die Aufspaltung in eine Ost- und eine Westkirche später zur Hexenverfolgung und noch später zum 30-jährigen Krieg und den protestantischen Kirchen. Irgendwo dazwischen, richtete sich unsere Wut dann gegen die Moslems, der Beginn der Kreuzzüge. Gott sei Dank, haben wir diese pupertären Ausbrüche inzwischen überwunden. Aber wirklich begriffen haben wir’s wohl bis heute nicht. Da ist es kein Trost, dass es die Moslems auch noch nicht begriffen haben…

Und ist es nicht verwunderlich – oder sollte ich nicht besser sagen: wunderbar – Gott hat diese Entwicklung vorausgesehen. Abraham unser aller Stammvater hatte zwei Söhne, Isaak und Ismael.

Abraham der Vater, Isaak und Ismael die Söhne - Juden, Christen, Moslems. Wenn man den Jüdischen Glauben als Mutter (Vater ist ja schon Abraham) unser aller Glaubens betrachtet, dann sind Christen und Moslems Geschwister in diesem Stammbaum. Und dann hat – und so komme ich zurück zur ZDF-Sendung, die zu dem selben Schluss kam – Gott bereits in der Stiftung des Glaubens, in Abraham und seiner Familie, sowohl die spätere Trennung in die drei Weltreligionen, wie auch, sobald die Menschen bereit sind zu verstehen, die Lösung des bis heute bestehenden Misstrauens zwischen Juden, Christen und Moslems, das so viel Unheil über die Welt gebracht hat, gelegt. Wenn wir bereit sind zu verstehen, werden wir erkennen, dass wir eine Familie sind (auch jene Menschen, die keiner der drei Religionen angehören; die Erzählung von Abraham redet noch unmissverständlich von allen Völkern der Welt). Und wir werden unseren kleingeistigen Streit darum, wer denn nun Gott näher stünde als die kindische (gefährliche) Eifersüchtelei entlarven, die sie ist – wir streiten nicht um den wahren Glauben, wir kämpfen nicht für Gott, wir streiten um die Rechtfertigung unserer Eitelkeit. Gerade weil die Menschen so sind, wie sie sind, braucht es die Brüder Christen und Moslems - wir stützen uns gegenseitig (auch wenn es oft nicht so aussieht) und würde in dem immer noch währenden Streit eine Seite endgültig über die andere gewinnen, so hätten beide alles verloren. Nur gemeinsam, in Akezptanz und Toleranz unserer Verschiedenheit, können wir den neuen Bund mit Gott erfüllen.

Nach der Hessenwahl: Der Sieg der “Ehrlichen”

Ein Beitrag zum Themengebiet Alles, geschrieben am 19. Januar 2009 von Georg

Noch nie habe ich in Deutschland so viele ehrlichen Politiker gesehen, als an dem Tag, als Andrea Ypsilanti in Hessen laut über eine Tolerierung (das ist weniger als Zusammenarbeit) durch die Linken nachgedacht hat. Getreu der Aufforderung “Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein” zog ein Aufschrei der Entrüstung und der Abscheu durch die zutiefst erschütterte Republik. Laut “Lügner! Lügner!” rufend reckten sich viele Finger der politischen Kaste in Richtung (hessische) SPD. Die Tatsache, dass die “Schmuddelkinder” der deutschen Demokratie (die Rede ist natürlich von den Linken) auch nur den Ansatz politischer Verantwortung in einem westdeutschen Bundesland bekommen sollten, scharte auch die deutschen Medien in großer Einigkeit hinter diese zutiefst ehrlichen und aufrichtigen Gutmenschen mit den erhobenen Zeigefingern.

Die Hessen haben sich davon natürlich nicht täuschen lassen. Sie verweigertem dem alten König die Gefolgschaft … und wählten stattdessen die im kurzen Wahlkampf selbsternannten Königsmacher. “Alles bleibt anders” (sang einmal Herbert Grönemeyer) aber “spiel nicht mit den Schmuddelkindern!” (Berthold Brecht). In den 1980er-Jahren waren das die Grünen, jetzt, nachdem diese endlich akzeptiert sind, brauchte man ganz einfach ein neues Feindbild. Wo kämen wir da hin, wenn die Deutschen ohne schlechtes Gewissen zur Wahl gingen und frei aus allen zur Verfügung stehenden Parteien auswählten?

In Hessen regiert nun eine stabile und auch von den Medien akzeptierte Mehrheit (meine Theorie ist immer noch, dass sich in Deutschland keine Regierung längere Zeit halten kann, die nicht von den zumeist konservativen Medien akzeptiert wird). Dass dies auch für Deutschland nicht ohne Folgen bleiben wird, hat die FDP bereits angekündigt. Die Zustimmung des Bundesrates zum Konjunkturpaket II hängt nun von deren Zustimmung ab und die FDP wird nur zustimmen, wenn die Abwrackprämie gestrichen und weitere Steuersenkungen aufgenommen werden. Klar, der Konsument wird kein deutsches Auto kaufen, nur weil er für das alte viel Geld bekommt - aber genausowenig wird der Wohlhabende mehr kaufen, nur weil er mehr Geld in der Tasche hat. Er wird es vielmehr sparen, um über die schlechten Zeiten zu kommen, das ist menschlich. Aber nur die wirklich Reichen werden Steuerentlastungen spüren, bei allen anderen wird sich jede Steuersenkung monatlich im Zwei- oder Dreieuro-Bereich bewegen und 50 % aller Deutschen zahlen überhaupt keine Steuern. Steuersenkungen schaffen oder sichern auch keine Arbeitsplätze. Neue Arbeitsplätze entstehen nur durch einen soliden kräftigen Aufschwung (und dem daraus resultierenden vorübergehend steigenden Bedarf an Arbeitskräften) und gesichert können sie nur durch wirtschaftliche Vernunft (die in wirtschaftlich schlechten Zeiten unvereinbar mit kurzfristigem Gewinnstreben - dem so genannten “Shareholder Value” - ist) der Unternehmer werden.

Die FDP, die sowohl in Aufschwungs- wie in Abschwungszeiten (also immer) Steuersenkungen fordert, wird nun endlich bekommen was sie will, denn wenn daran das Konjunkturpaket II scheiterte, wäre das Geschrei über die Untätigkeit der Regierung noch größer. Was heißt das? Da die in Deutschland geplante Neuverschuldung ohnehin schon grenzwertig ist, werden die - wie oben dargestellt volkswirtschaftlich unwirksamen - Steuergeschenke zu Streichungen an anderer Stelle führen müssen. Geplante Investitionsausgaben werden auf viele Jahre gestreckt und - wie so oft in der Vergangenheit - sobald die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nachlässt endgültig auf “bessere Zeiten” verschoben werden. Es wird noch weniger Geld für Bildung, Gesundheit und Sozialwesen da sein. Deutschland kehrt zurück (die weiteren Wahlen des Jahres 2009 werden den hessischen Trend bestätigen!) in die Ellenbogengesellschaft der frühen 1990er-Jahre. Die Menschen am unteren sozialen Rand, die ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand stehen, werden die Zeche zahlen. Das ist kein Sozialneid, das ist Erfahrung.

Adventszeit - Weihnachtszeit

Ein Beitrag zum Themengebiet Alles, geschrieben am 1. Dezember 2008 von Georg

<meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 3.0 (Win32)" /><style type="text/css"> <!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --> </style></p> <p style="margin-bottom: 0cm">Ja, ich gebe es zu! Ich liebe die Adventszeit und Weihnachten. Diese Zeit hat für mich einen besonderen Zauber und das liegt nicht an den Erinnerungen an die Kindheit, auch wenn ich an Weihnachten wieder zum Kind werde. Ich freue mich ganz einfach, wenn es wieder Weihnachten wird, diese Zeit der Lieder – natürlich singe ich alle mit! -, die Zeit des Gebäcks – mmmh, lecker! -, die Zeit des Lachens, Fröhlich- und Glücklich-Seins und die Zeit der Lichter in der Dunkelheit, die Zeit der Hoffnung. Ich brauch das!!!</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Weihnachten ist nur noch Kommerz, sagen Sie? Sagen Sie! Weihnachten ist das, was Sie daraus machen, vergessen Sie das niemals. Ich sehe auch die Leute im Weihnachtsstress, Geschenke horten für den Heiligen Abend, als ob das wichtigste an Weihnachten die Bescherung wäre. Aber das ist doch deren Problem. Mein Weihnachten ist still und besinnlich, der Beginn einer neuen Welt. Ich sehe die geschmückten Straßen in den Städten, die Weihnachtsbäume, alles ist anders – sogar der kalte Wind fühlt sich im Dezember irgendwie anders an als im Oktober oder November. Und wenn es dann wirklich mal schneit, kann jeder sehen, wie alles neu wird.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Sie sagen, das stimmt nicht. Die alte Welt wird nur zugedeckt und kommt mit dem nächsten Tauwetter zurück, schmutzig, hässlich, matschig und kalt? Mag sein, aber ich hab die neue Welt gesehen – und wenn es nur für ein paar Tage oder auch nur wenige Stunden war, ich trage das Bild in mir. Ich weiß, dass es sie gibt … das ist keine Illusion. In der Werbung sagt man uns, dass wir es bauen können, wenn wir es uns vorstellen können. Das ist die Wahrheit.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Sie sagen, es gibt Armut, Hunger und Elend in der Welt, wie ich das alles einfach ausblenden könne? Ich blende es nicht aus. Aber wenn ich die Wahl habe, das Licht oder die Dunkelheit in mein Herz zu lassen, dann wähle ich das Licht. Um die Welt ändern zu können, brauche ich Licht und Hoffnung in mir.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"><strong>Weihnachten ist Licht und Hoffnung!</strong><br /> Entscheiden Sie selbst ob Sie sich lieber von der Hoffnung oder der Hektik anstecken lassen.  Ich habe meine Wahl getroffen. Vielleicht gehe ich sogar mal wieder in die Kirche …</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p align="center" style="margin-bottom: 0cm"><strong>Weihnachten</strong><br /> <em>von Joseph von Eichendorf</em></p> <p align="center" style="margin-bottom: 0cm">Markt und Straßen stehn verlassen,<br /> still erleuchtet jedes Haus,<br /> Sinnend’ geh ich durch die Gassen,<br /> alles sieht so festlich aus.</p> <p align="center" style="margin-bottom: 0cm">An den Fenstern haben Frauen<br /> buntes Spielzeug fromm geschmückt,<br /> Tausend Kindlein stehn und schauen,<br /> sind so wunderstill beglückt.</p> <p align="center" style="margin-bottom: 0cm">Und ich wandre aus den Mauern<br /> Bis hinaus ins freie Feld,<br /> Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!<br /> Wie so weit und still die Welt!</p> <p align="center" style="margin-bottom: 0cm">Sterne hoch die Kreise schlingen,<br /> Aus des Schnees Einsamkeit<br /> Steigt’s wie wunderbares Singen-<br /> O du gnadenreiche Zeit! </p> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=21#comments" title="Kommentar zu Adventszeit - Weihnachtszeit">2 Kommentare »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=21" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=21" dc:title="Adventszeit - Weihnachtszeit" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=21" /> </rdf:RDF></div> <!-- uncomment the "by Georg to put the author's name on the post --> <div class="post"> <h2 id="post-20"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=20" rel="bookmark" title="Link zu Und wo bleibt der Mensch?">Und wo bleibt der Mensch?</a></h2> <small>Ein Beitrag zum Themengebiet <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle Beiträge in Alles ansehen" rel="category tag">Alles</a>, geschrieben am 25. November 2008 von Georg</small> <div class="entry"> <p><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE" /><title /><meta content="OpenOffice.org 3.0 (Win32)" name="GENERATOR" /><style type="text/css"> <!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --> </style></p> <p style="margin-bottom: 0cm"><em>Vielleicht sind es ja die Dunkelheit, die Ruhe und vielen Nebel im November, die den Blick auf das Wesentliche schärfen. Bei jedem von uns. Auch ich sehe in diesem Monat klarer:</em></p> <p style="margin-bottom: 0cm">Meine Mutter wird sterben. Ich hoffe, es bleibt ihr noch viel Zeit, allerdings hat sie ihr letzter Krankenhausaufenthalt näher an den Tod denn ans Leben gebracht. Und dabei gab es keine schwierige Operation, keine Behandlungsfehler, keine Komplikationen, sogar die Behandlung lief genau so ab, wie es vom Gesetzgeber vorgesehen ist: Sie erhielt alle notwendigen Untersuchungen und Medizin, bekam drei Mahlzeiten am Tag, einen Blasenkatheder und wurde jeden Tag gewaschen und frisch gewindelt. Und das ist das Problem! Ehe sie ins Krankenhaus kam, übte sie nach einer langwierigen und schmerzhaften Wirbelsäulenverletzung wieder mit dem Rollator zu gehen. Sie machte gute Fortschritte und ihr Physiotherapeut wollte ihr sogar noch beibringen, zumindest innerhalb des Pflegeheimes wieder ganz ohne Gehhilfe gehen zu können. Im Krankenhaus lag sie dann 10 Tage nur im Bett, am dritten Tag, als sie die Intensivstation verlassen konnte war sie geistig noch hell wach. Ab dem vierten Tag machte sich die fehlende Zuwendung und das dauernde Rumliegen negativ bemerkbar und es ging ihr jeden Tag zwar körperlich besser aber geistig schlechter, das konnte ich bei jedem Besuch feststellen. Persönliche Zuwendung, etwas das gerade ältere Menschen brauchen, ist im Heil- und Kostenplan nicht vorgesehen und so werden Menschen im Krankenhaus nicht geheilt sondern repariert. Oder sollte ich sagen: geflickt? Menschen sind nun mal keine Maschinen, man kann sich bei der Behandlung nicht auf die Behebung des Problems, wegen dessen sie eingeliefert wurden beschränken. Schlimmstenfalls heilt man ein Organ aber zerstört den Menschen – wie bei meiner Mutter geschehen. Seit dem Krankenhausaufenthalt ist sie apathisch, oft geistig abwesend, möchte nicht mehr aufstehen und erst recht nicht mehr gehen. Sie ist allem gegenüber gleichgültig, es ist ihr meistens völlig egal, was um sie herum oder mit ihr geschieht.<br /> Es ist ihr Glück in einem Pflegeheim zu sein, in dem die Pflegerinnen mit viel Liebe und Leidenschaft zum Beruf den chronischen Geldmangel, der auch dort herrscht, und die miserable Bezahlung überspielen. Die Schwester auf der Station meiner Mutter, hat mir bestätigt, dass meiner Mutter der Krankenhausaufenthalt geschadet hat, dass sie es oft erleben, dass ihre Bewohner in schlechterem Zustand aus dem Krankenhaus zurückkommen, als sie eingeliefert wurden und dass sie, also das ganze Team, jetzt versuchen werden, meine Mutter so gut es geht wieder aufzubauen. Das wird sehr viel zusätzliche Arbeit machen, Arbeit die wieder keiner bezahlt. Und dass meine Mutter jemals wieder an den Punkt zurückkommt, an dem sie vor dem Krankenhausaufenthalt war ist unwahrscheinlich. Ich kann nur beten, dass sie so schnell nicht wieder ins Krankenhaus muss, sie hat schon genug an Lebensqualität an die gesetzlich verordnete Kostendämpfung geopfert.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Im November sind Schüler und Eltern auf die Straße gegangen. Sie sagten zu Recht: Das was der Staat an „Bildung“ anbietet ist eine Frechheit. Schulen und Universitäten sind teilweise marode und baufällig. Es regnet durch, die Lernmedien (manchmal sogar die Bücher) sind aus den 80er-Jahren, viele Unterrichtsstunden fallen aus, die Klassen sind zu groß und viele Lehrer sind überfordert, wegen der Situation an den Schulen aber auch, weil bereits bei und an ihrer Ausbildung gespart wurde. Insbesondere die Zeit zwischen erstem und zweitem Staatsexamen entspricht mehr einem Drill, einem Intensivtraining, denn einer fundierten, sorgfältigen Vorbereitung auf die hohen Anforderungen im Schulalltag.<br /> Ab und zu, meistens vor Wahlen, werden Verbesserungen und die Einstellung neuer Lehrer angekündigt. Die Verbesserungen beschränken sich dann aber auf irgendwelche Reformen (auf dem Papier und ohne die finanziellen Mittel, sie sinnvoll umzusetzen) und die Lehrereinstellung wird so in die Länge gezogen, dass am Schluss im wesentlichen nur die in Pension gegangenen Lehrer ersetzt werden.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Ich habe jetzt noch gar nicht angefangen über die Situation deutscher Arbeitnehmer zu reden, von denen immer mehr trotz angeblich immer besserer Tarifverträge inzwischen zwei Jobs erledigen müssen, um halbwegs auf das Gehalt zu kommen, das sie vor 15 Jahren noch in einem Job verdienten. Und über Hunger, Gesundheits- und Bildungsnotstand in der Dritten Welt werde ich ein andermal reden. Muss ich hier auch nicht, denn das ist Ihnen alles schon bekannt.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Aber ich weiß, was aus dieser Situation helfen würde und Sie wissen das auch, denn viele Experten haben viel darüber geredet in den letzten 50 Jahren und bei vielen Dingen genügt es auch, einfach mal genau hinzusehen um zu erkennen, was zu tun ist. Und wir wissen alle, dass das Geld kosten würde – viel Geld – uns alle! So viel Geld, dass sämtliche wirtschaftliche Entwicklung unter den Belastungen zum Stillstand käme und schließlich unserer gesamtes Wirtschaftssystem zusammenbräche. <strong>Aber wo bleibt der Mensch?</strong></p> <p style="margin-bottom: 0cm">Wenn das Richtige zu tun bedeutet, dass durch unser Handeln das System zusammenbricht, müssen wir uns dann nicht fragen, ob das System falsch ist – ein System, bei dem der Mensch zu einer Zahl, einem Betrag in der betrieblichen Kostenrechnung heruntergekommen ist?<br /> Leider gehen uns damit die Systeme aus, denn alle bereits vorher zusammengebrochenen wiesen ebenfalls diesen Fehler auf: <strong>Der Mensch sollte an die Bedürfnisse des Systems angepasst werden. Die umgekehrte Zielrichtung ist die richtige!</strong></p> <p style="margin-bottom: 0cm">Aber wir Menschen sind doch Meister darin, uns selbst und unsere Umwelt neu zu erfinden. Warum sollte es uns nicht gelingen, das Wirtschaftssystem des 3. Jahrtausends zu entwickeln, ein System, bei dem der Mensch zuerst kommt und sich das System den Bedürfnissen der Menschen anpasst. Die einzigen Grenzen, die wir wirklich akzeptieren müssen, sind die natürlichen Ressourcen, die allen Menschen gleichermaßen zugänglich sein müssen. Jede andere Beschränkung haben wir selbst gewählt und wir können sie auch überwinden, wenn wir es wirklich wollen. Alles, was uns in unserer Entwicklung als Menschen, in unserer Würde, einfach in unserem Menschsein beschränkt, darf – muss! - in Frage gestellt werden. Die „Marktwirtschaft“, so wie wir sie heute erleben, ist kein Naturgesetz und kein Gottesauftrag!</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0cm">PS: Meiner Mutter geht es, dank der engagierten Pflegerinnen, wieder besser. Allerdings ist sie nach wie vor weit von der Form entfernt, in der sie vor dem Krankenhausaufenthalt war. Sie geht nur selten mit ihrem Rollator, meistens wird sie im Rollstuhl geschoben und sitzt nur rum - ihre Stimmungsschwankungen sind ob der verlorenen Selbstständigkeit extrem. Der Krankenhausaufenthalt war natürlich notwendig, wahrscheinlich lebensnotwendig – mein Vorwurf, dass dort aber nicht ihr Leben, sondern aus Kostengründen nur die Existenz gerettet wurde bleibt aktuell. Es ist an der Zeit, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Den jetzt Mächtigen fehlt jedoch offensichtlich der Wille dazu. Die Frage ist, wie lange wir uns das noch gefallen lassen …</p> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=20#respond" title="Kommentar zu Und wo bleibt der Mensch?"> Schreiben Sie einen Kommentar »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=20" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=20" dc:title="Und wo bleibt der Mensch?" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=20" /> </rdf:RDF></div> <!-- uncomment the "by Georg to put the author's name on the post --> <div class="post"> <h2 id="post-19"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=19" rel="bookmark" title="Link zu Die Regierung interessiert sich nicht für Menschen oder Menschenrechte!">Die Regierung interessiert sich nicht für Menschen oder Menschenrechte!</a></h2> <small>Ein Beitrag zum Themengebiet <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle Beiträge in Alles ansehen" rel="category tag">Alles</a>, geschrieben am 9. März 2008 von Georg</small> <div class="entry"> <p>In einem Interview erklärte Inneminister Schäuble kürzlich auf die Frage wie er darauf reagiere, dass einige Verfassungsrichter das eine oder andere seiner Gesetze für verfassungswidrig halten: “Die Verfassungsrichter machen Urteile, ich mache Gesetze!” Eine Aussage - ebenso sachlich wie kalt. Was er aber (noch) nicht offen sagt: Er macht seine Gesetze so, dass sie in das Leben der Menschen wie richterliche Urteile eingreifen. Und die übrige Regierung sieht achselzuckend zu.<br /> <img hspace="4" height="197" align="right" width="240" alt="Chunlin und ich..." src="http://untergrombach.net/images/wir_1.jpg" /></p> <p>Seit Mai 2007 bemühen meine Verlobte (eine Chinesin und da nicht reich und auch nur normal begabt zu den von der Regierung unerwünschten Ausländern zählend) und ich uns darum hier in Deutschland heiraten zu dürfen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, Herr Schäuble machte mit einer Gesetzesänderung quasi ein Verbrechen daraus.<br /> Ein ziemlich sinnloses und diskriminierendes neues Gesetz zwang Chunlin nun zunächst einen Deutschkurs in China zu besuchen, ehe sie ein Visum bekommen kann. Nur durch den Sprachnachweis können wir dem von Herrn Schäuble vorab ausgesprochenen Schuldspruch - “Schuldig der Vortäuschung einer Ehe mit betrügerischer Absicht, schuldig der Verweigerung der Teilnahme an Integrationsmaßnahmen des Staates und schuldig der Gefährdung der inneren Sicherheit” (letzteres muss Teil des Urteilsspruchs sein, dann anders ließe sich nicht die Abkehr von der Unschuldsvermutung und die Umkehr der Beweislast erklären) - entgehen. Jeder sieht sofort ein, dass ein Deutschkurs sofort nach der Einreise mit meiner Unterstützung und mit deutschsprachigem Umfeld sinnvoller wäre, aber was soll’s - Chunlin ist am 1.1.08 von ihrer Heimatstadt Changji ins 3000 km entfernte Peking umgezogen und hat dort am 3.1. mit einem Intensivdeutschkurs am Goethe-Institut begonnen, denn in ihrer Heimat, der autonomen Region Xinjiang, gibt es noch keine Deutschkurse. Dieser Kurs war diese Woche beendet und sie nahm an der Prüfung teil.</p> <p>Am 6.3., an Chunlins Geburtstag, klang alles noch hoffnungsvoll, das Goethe-Institut hatte mir per eMail bestätigt, dass sie die schriftliche Prüfung bestanden hätte und nun noch in die mündliche müsse. Da der schriftliche Teil der schwerere ist (dort braucht man 45 Punkte, im mündlichen nur 15) schien also alles in Butter. Als ich sie aber tags drauf anrief, war sie in Tränen aufgelöst und sagte mir, sie habe die Prüfung nicht bestanden. Damit ist das Visum jetzt wieder in weite, vielleicht unerreichbare Ferne, gerückt und - obwohl wir natürlich noch weiterkämpfen - ist es nicht sicher, ob wir überhaupt jemals heiraten können, uns überhaupt jemals wiedersehen werden!</p> <p>Seit September liegt darüberhinaus eine Petition von mir gegen dieses unmenschliche Gesetz im Petitionsausschuss. Die Ministerien von Herrn Schäuble und Herrn Steinmeier lassen sich aber alle Zeit der Welt mit Bearbeitung und Stellungnahmen, so dass es nur sehr langsam vorangeht und der Ausgang bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen und Koalitionsabsprachen auch irgendwie absehbar ist.</p> <p>Es wird immer davon geredet, dass Deutschland ein freies Land sei. Dies ist offensichtlich nicht so, denn eine Regierung eines freien Landes würde nicht die ganze Staatsgewalt einsetzen um zu verhindern, dass zwei Menschen heiraten. Chunlin und ich haben in den letzten Wochen alles - wirklich alles - gegeben, um die willkürlichen und unsinnigen Forderungen dieses “demokratisch legalisierten Regimes” zu erfüllen. Es hat nichts genützt.</p> <p><img hspace="4" height="214" align="left" width="240" alt="... an glücklichen Tagen" src="http://untergrombach.net/images/wir_2.jpg" />Chunlin ist jetzt deprimiert und gebrochen, es geht ihr schlecht und sie kann im Moment nicht essen oder trinken oder denken oder sonst was tun. Allerdings überlegt sie in ihren Heimatort zurückzufliegen, was eben heißen würde: Adjeu Hochzeit, adjeu gemeinsames Leben auf unbestimmte Zeit, denn das Visumverfahren hat bis zu diesem Punkt alles verfügbare Geld aufgezehrt, als selbstständiger Lehrer mit schmalem Einkommen habe ich keine Chance ihr einen zweiten Anlauf zu ermöglichen. Schon in der jetzigen Situation fiel es mir schwer jeden Monat wenigstens die Miete aufzutreiben, denn jeder Euro wurde in Peking gebraucht.</p> <p><strong><span style="color: blue">Die Regierung hat es jetzt also bald geschafft! Wir können noch ein, zwei zaghafte Hüpfer wagen, aber dann müssen wir aufgeben. Aufgeben, weil sich zwei einzelne Menschen einfach nicht gegen eine Regierung behaupten können, die alle Fäden in der Hand hält und diesen Vorteil auch gewissenlos gegen jene Menschen nutzt, die ihre Hilfe und Unterstützung am nötigsten bräuchten</span></strong><strong><span style="color: blue">.</span></strong></p> <p>Wer die Chronologie des Unrechts in allen Einzelheiten lesen möchte, der kann meine private Homepage <a target="_blank" href="http://georg.doll.untergrombach.net/">http://georg.doll.untergrombach.net</a> besuchen, auch eMails beantworte ich gerne.</p> <p>Ich möchte Sie nun alle bitten, drücken Sie uns die Daumen, dass es doch noch klappen wird (weil sonst alles keinen Sinn machen würde…) und wenn Sie politisch aktiv oder interessiert sind, lassen Sie nicht zu, dass solch eine menschenverachtende Politik Alltag bleibt in Deutschland. Ein Defizit an Menschlichkeit bei den Verantwortlichen ist eindeutig schlimmer als ein gebrochenes Wahlversprechen, aber von Menschlichkeit in der Politik redet derzeit niemand in den großen “Volksparteien” oder den Medien!</p> <p><strong>Nachtrag 11. März:</strong></p> <p>Chunlin ging es bei unserem letzten Telefonat wieder einigermaßen und und sie stürzte sich wieder mutig in die nun vor uns liegenden Herausforderungen. Unter anderem wollten wir ein Angebot, das uns die Botschaft letzten Herbst gemacht hatte wahrnehmen, einen mündlichen Sprachtest in der Botschaft. Ein solcher wäre kurzfristig möglich hieß es noch im Oktober und so schrieb ich am Samstag an die Botschaft und fragte nach den Einzelheiten. Heute erhielt ich nun die Antwort: Der Sprachnachweis mittels Test direkt in der Botschaft, ist inzwischen abgeschafft worden. Es geht der Regierung offensichtlich also gar nicht um den Sprachnachweis, sondern um das A1-Zertifikat, das es nur beim Goethe-Institut gibt. Von wegen Verbesserung der Integration! Wenn ich Schäuble schon reden höre! Neulich hat er im ZDF gesagt: “Die Regierung hat alles getan, um die Integration der ausländischen Mitbürger zu verbessern, jetzt müssen diese aber auch ihren Teil beitragen.” Auf deutsch übersetzt heißt das: “Die deutsche Regierung hat einen klar formulierten Forderungskatalog (mit teilweise hirnrissigen, menschenrechtswidrigen und nicht erfüllbaren Forderungen) an die Ausländer zusammengestellt und zum Gesetz gemacht. Jetzt müssen diese ihn erfüllen.” Mit einer Durchfallquote von 50 – 75 % sind die Sprachtests der Goethe-Institute weder geeignet als Anfängertests, noch verbessern sie in irgendeiner Weise die Integration – sie selektieren nur im Sinne der Regierung. Menschen müssen die Angebote nutzen um über Sprachkurse und -tests die Visumsbedingungen zu erfüllen, werden aber nur schamlos gemolken und wenn das Geld aufgebraucht ist ohne Zertifikat und Visum heimgeschickt. Nur eine kleine Elite wird mit Zertifkat und Visum beglückt. “Würde des Menschen”, “Menschenrechte” was ist das? Der Wert eines Menschenlebens ist wohl nach Ansicht der Bundesregierung, hoffnungslos überbewertet; wir haben über 6 Mrd. davon, da kommt es auf ein paar tausend unproduktive, die mittels geeigneter staatlicher Maßnahmen durch den Rost fallen, nicht an. Die verarschen uns doch alle! Die treten uns Bürgern ins Gesicht und machen dann uns dafür verantwortlich wenn wir stolpern und hinfallen!!!</p> <p>… natürlich gibt es auch Ausnahmen. Aus dem Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen kann ich schließen: Die einzigen Parteien im Bundestag, die sich derzeit für Menschenrechte interessieren und auch einsetzen sind Bündnis 90 / Die Grünen und Die Linke. Die FDP ignoriert das Problem und das rechtsstaatliche Verständnis von SPD und vor allem CDU sind ja Ursache des Problems.</p> <p><strong>Nachtrag und Abschluss 14. Mai:</strong></p> <p>Heute, an meinem Geburtstag, habe ich mit Chunlin telefoniert. Es war eines der letzten Telefonate ehe sie Ende nächster Woche nach Deutschland kommt. Sie hat im April das A1-Zertifikat im zweiten Anlauf geschafft und kurz darauf das Visum bekommen. Noch in diesem Monat können wir heiraten.</p> <p>Andere haben da weniger Glück und kämpfen nach wie vor gegen die Tücken und Hürden des Gesetzgebers.</p> <p>Meine Petition wartet derweil immer noch auf eine Entscheidung. Das letzte was man mir mitteilte war, dass der Petitionsausschuss Mitte April die abschließende Stellungnahme des BMI anmahnte, nachdem man dort die Frist - Ende März - ungerührt verstreichen ließ.<br /> Gibt es da draußen noch jemand der daran zweifelt, dass der Minister hier auf Zeit spielt und vergessen hat, dass er nur im Auftrag des Volkes regiert und nicht über selbiges? </p> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=19#respond" title="Kommentar zu Die Regierung interessiert sich nicht für Menschen oder Menschenrechte!"> Schreiben Sie einen Kommentar »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=19" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=19" dc:title="Die Regierung interessiert sich nicht für Menschen oder Menschenrechte!" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=19" /> </rdf:RDF></div> <!-- uncomment the "by Georg to put the author's name on the post --> <div class="post"> <h2 id="post-18"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=18" rel="bookmark" title="Link zu Wer hat Angst vorm “roten Mann”">Wer hat Angst vorm “roten Mann”</a></h2> <small>Ein Beitrag zum Themengebiet <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle Beiträge in Alles ansehen" rel="category tag">Alles</a>, geschrieben am 7. März 2008 von Georg</small> <div class="entry"> <p style="margin-bottom: 0cm"><em>Zusammenfassung:</em></p> <ol> <li> <p style="margin-bottom: 0cm"><em>Nicht die Zusammenarbeit der SPD mit der Linken macht die Linke stark, sondern die menschenverachtende Politik der sogenannten Volksparteien.</em></p> </li> <li> <p style="margin-bottom: 0cm"><em>Frau Ypsilanti versucht in Hessen lediglich den Wählerwillen umzusetzen, während CDU und FDP diesen ignorieren.</em></p> </li> </ol> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0cm">Oh, mein Gott! Welche Katastrophe!!! Frau Ypsilanti will sich in Hessen mit Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Haben wir denn wirklich schon vergessen, was die ehemalige SED damals in der DDR angerichtet hat?</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Insbesondere Unionspolitiker und -anhänger verstehen die Welt nicht mehr, rufen lautstark „Verrat“ und „Wortbruch“ und prognostizieren – wieder einmal – das Ende der freien Welt, der Demokratie und der Menschenrechte, herbeigeführt durch die „Kommunisten“! Gut gebrüllt, aber ein ziemlicher Schwachsinn, wenn man sich mal nüchtern die Realität dieses freien Deutschlands ansieht:</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Am 4. März berichtete ein TV-Magazin, dass die soziale Schere in Deutschland immer weiter auseinander geht. Schlagzeile: „Der deutsche Mittelstand stirbt aus.“ Sozialwissenschaftlicher haben nämlich festgestellt, dass die aktuelle Politik bewirkt, dass die breite deutsche Mittelschicht – das sind Familien mit einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 1000 und 2100 Euro – zunehmend verarmt. Diese Menschen, das Rückgrat des deutschen Staates, verlieren nämlich im internationalen Druck in immer größerer Zahl ihre sicheren Arbeitsplätze und müssen dann, durch den Zwang über Hartz IV, schlechter bezahlte Zeitarbeitsplätze ohne richtige soziale Absicherung annehmen. Die Arbeitslosenzahlen mögen in den letzten Jahren zurückgegangen sein, der Preis ist aber ein Rückgang der realen Einkommen – gleichzeitig steigen die Kosten über Mehrwertsteuererhöhung und Streichung von Vergünstigungen wie Kilometerpauschale und ähnlichem. Und während die Mehrheit der Deutschen immer ärmer wird, steigen die Managergehälter, ebenfalls durch internationalen Druck in schwindelerregende Höhen. Selbst namhafte Wirtschaftswissenschaftler stellen, wie neulich in 3sat-Kulturzeit zu hören war, inzwischen fest, dass wir immer höheren Aufwand (zulasten der Menschen) treiben müssen, um dieses marktwirtschaftliche System wenigstens am Laufen zu halten. Anders ausgedrückt: Wenn es der Wirtschaft nicht schlechter gehen soll, wird es uns immer schlechter gehen müssen. Wer hier, wie Union und FDP, immer noch behauptet die Marktwirtschaft würde im Sinne der Menschen funktionieren und müsste durch weitere Steuersenkungen für die Großverdiener gestärkt werden, der weigert sich ganz einfach der Realität ins Gesicht zu sehen. Das marktwirtschaftliche System dient nicht mehr uns, sondern wir dienen einem System, dass uns nach und nach auffrisst. (Das heißt nicht, dass die Planwirtschaft der DDR besser gewesen wäre! ) Wahrheit Nummer eins!</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Aber die SED verweigerte ihren Bürgern auch die Freiheitsrechte und das war ein Verbrechen. Da haben wir es besser. Haben wir??? Hier folgt Wahrheit Nummer zwei:</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Zum Schutz gegen den Terrorismus erlässt die Bundesregierung zur Zeit ein Überwachungsgesetz nach dem anderen. Unsere Online- und Kommunikationsaktivitäten werden überwacht und ein halbes Jahr gespeichert. Gleichzeitig hat die Bundesregierung ein Gesetz erlassen, das es den Sicherheitsbehörden bei Terrorverdacht erlaubt über das Internet direkt auf private Computer zuzugreifen und diese auszuspionieren. Schon zwei Tage nachdem die Verfassungsrichter dieses Vorhaben unter strenge Regeln gestellt haben, forderten Unionspolitiker ungeachtet des Richterurteils die Ausweitung dieses Ausspionierens auf andere Bereiche. Der Schutz der Privatsphäre ist für Unionspolitiker offensichtlich nur noch dann ein unantastbares Grundrecht, wenn es um deren eigene Privatsphäre geht.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Das Prinzip eines Rechtsstaates ist die Unschuldsvermutung. Wenn die Staatsgewalt einem Menschen ein Verbrechen vorwirft, dann muss sie ihren Vorwurf begründen und die Schuld des Angeklagten beweisen. Bei Terrorverdacht gilt die jedoch Unschuldsvermutung nicht, wie Innenminister Schäuble schon mehrfach geäußert hat. D.h. wenn der Staat annimmt, dass eine Person die innere Sicherheit des Landes gefährdet oder Kontakte zu Personen pflegt, welche die innere Sicherheit gefährden, dann muss der Beschuldigte seine Unschuld beweisen können.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Überlegen Sie mal: Sie surfen ahnungslos durchs Internet und besuchen unwissentlich irgendwelche Foren, Blogs oder Homepages, die auch von terrorverdächtigen Personen genutzt werden. Dann wird dies gespeichert und nach einer Routineüberprüfung tauchen Sie plötzlich auf der Terroristen-Liste des BKA oder des BND auf. Und wenn Sie dann vielleicht noch irgendwann mal was kritisches über diesen Staat geäußert haben, vielleicht sogar im Internet, das diese Äußerung über Jahre hinweg speichert, dann sind Sie vielleicht schon ein Verdächtiger und wenn dann der BND bei Ihnen anklopft, genügt es nicht mehr, das er nichts Belastendes bei Ihnen findet, denn dann müssen Sie Beweise vorlegen, die Sie zweifelsfrei entlasten, die Ihre Unschuld beweisen. Da man aber niemals zweifelsfrei beweisen kann, mit etwas nichts zu tun zu haben, wird Sie der BND mit eben diesem Anfangsverdacht weiterhin beobachten und Daten über Sie sammeln können. Letzten Herbst wurde ein Berliner Sozialwissenschaftler vom BND verhaftet und mehrere Wochen inhaftiert. Begründung: Er stünde in Kontakt mit terrorverdächtigen Gruppen. Das war nicht einmal gelogen, denn die Entstehung dieser Form von Gewalt ist Teil seines Forschungsgebietes (d.h. muss er aus beruflichen Gründen Kontakt haben) und seine veröffentlichten Erkenntnisse waren nicht immer vorteilhaft für den Staat und die Staatsgewalt. Natürlich konnte er seine Unschuld nicht zweifelsfrei beweisen und steht darum auch nach seiner Freilassung weiterhin offiziell unter Beobachtung.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Eine weiteres Grundrecht ist das Recht jedes Menschen sich einen Partner zu nehmen (in zivilisierten Gesellschaften nennt man das heiraten) und eine Familie zu gründen. Dieses Recht ist so alt wie das Leben selbst, älter als jedes niedergeschriebene Gesetz und findet sich darum auch ganz oben in der Liste der Menschenrechte wieder. Mit dem neuen Aufenthaltsgesetz hat die Bundesregierung dieses Gesetz verbogen und ausgehebelt; es gilt nun nicht mehr, wenn ein Partner kein Deutscher und auch kein erwünschter (hochqualifizierter oder sehr reicher) Ausländer ist. Mit der Begründung die Integration von Ausländern verbessern und Schein- und Zwangsehen verhindern zu wollen (Wie war das doch nochmal mit der Unschuldsvermutung? Oder gefährden binationale Ehen die innere Sicherheit?) verlangt die Regierung ab sofort einen Sprachnachweis, ehe sie dem ausländischen Partner die Einreise erlaubt. Dabei interessiert sie die persönliche Situation des Antragstellers ebensowenig (außer er ist so krank, dass er keinen Kurs besuchen kann) wie die lokalen Gegebenheiten (wo ist der nächstes Sprachkurs zu erreichen und zu welchem persönlichen und finanziellen Aufwand?) und auch nicht die von vielen Sachverständigen übereinstimmend geäußerten Zweifel über die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes. Darüberhinaus wurden noch weitere Schikanen wie nicht einhaltbare Fristen eingebaut, die das ganze Verfahren, das auch vorher schon kompliziert und langwierig war jetzt noch langwieriger macht. Schaffen es die beiden dann doch, ist es aber noch nicht ausgestanden, denn wenn der ausländische Partner dann eine Aufenthaltsgenehmigung möchte, wird unter bestimmten Umständen zunächst geprüft, ob es dem deutschen Partner nicht zuzumuten wäre ins Heimatland des ausländischen Partners auszuwandern. Das heißt, wenn Sie einen Ausländer heiraten, verlieren Sie als Deutscher erst mal Ihr Heimatrecht, dieses muss Ihnen dann erst wieder genehmigt werden.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Es gibt weitere Einschränkungen der Grundrechte, z.B. müssen Hartz IV Empfänger immer von der zuständigen Arbeitsagentur erreichbar sein, müssen sich sogar dort abmelden, wenn sie z.B. ein entfernt wohnendes Familienmitglied oder einen Freund besuchen wollen. Diese Pflicht obliegt sonst nur auf Bewährung entlassenen Straftätern.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Anders ausgedrückt: Wenn Sie sich in Deutschland in irgendeiner Weise – wissentlich oder unwissentlich – außerhalb der von der Regierung festgelegten Norm bewegen, verlieren Sie Ihre natürlichen Grundrechte und müssen sich diese von den Behörden erst wieder über viele Anträge und langwierige Verfahren zurück holen.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Zugegeben, in Deutschland muss man nicht damit rechnen, für die Äußerung einer kritischen Meinung gleich eingesperrt zu werden, wie das in der DDR war – zumindest noch nicht. Aber die Entwicklung ist doch höchst besorgniserregend.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Die Sorge, die Linke könnte in der Bundesrepublik denselben Schaden anrichten, wie die SED (aus der sie hervor gegangen ist) in der damaligen DDR ist sicher nicht ganz unbegründet. Richtig ist auch, wer nicht aus der Geschichte lernt, ist dazu verdammt immer wieder die selben Fehler zu machen. Aber es wird auch nicht besser, wenn die Fehler von den alten „demokratischen Volksparteien“ ganz ohne Mitwirkung der „Kommunisten“ gemacht werden! Und es wird auch nicht besser, wenn man die Schwächen und Probleme der Marktwirtschaft ignoriert, nur weil man andernfalls gezwungen wäre, neue Gedanken zuzulassen, die uns vielleicht zu einer faireren Gesellschaftsform führen könnten.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0cm"><strong>Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum „Wortbruch“ in Hessen:</strong></p> <p style="margin-bottom: 0cm">Nur zwei Parteien, nämlich die CDU und die FDP wollten Roland Koch weiterhin als Ministerpräsidenten. 53,8 % der Wähler haben diesen beiden Parteien aber die Stimme verweigert, d.h. die Mehrheit der Wähler war gegen Roland Koch. Und selbst wenn man die Stimmen für jene Parteien abzieht, die es nicht in den hessischen Landtag geschafft haben, steht es immer noch 46,2 : 49,3 gegen Koch. Man kann über die „Gefahr“ die von den Linken angeblich ausgeht streiten, nicht aber über das Wählervotum. Die Union hat zwar die meisten Stimmen bekommen, trotzdem wurde Koch von den Hessen abgewählt. Man mag nun sagen, dass der Bürger bei der Wahl gar nicht das Recht hatte über Personalien der Parteien zu entscheiden – allerdings ist das Volk der Souverän des Staates und er hat sich in diesem Fall einfach dieses Recht genommen. Union und FDP ignorieren den Wählerwillen. Um diesen Wählerwillen nun doch noch durchzusetzen braucht Frau Ypsilanti daher die Stimmen der Linken und muss darum ein vor der Wahl gegebenes Versprechen brechen.</p> <p style="margin-bottom: 0cm">Jeder möge sich die Frage selbst beantworten: Was ist in einer Demokratie schlimmer – das Brechen eines Versprechens oder das Ignorieren des Wählerwillens?</p> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=18#respond" title="Kommentar zu Wer hat Angst vorm "roten Mann""> Schreiben Sie einen Kommentar »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=18" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=18" dc:title="Wer hat Angst vorm “roten Mann”" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=18" /> </rdf:RDF></div> <!-- uncomment the "by Georg to put the author's name on the post --> <div class="post"> <h2 id="post-17"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=17" rel="bookmark" title="Link zu Es ist immer der Furz des anderen, der stinkt!">Es ist immer der Furz des anderen, der stinkt!</a></h2> <small>Ein Beitrag zum Themengebiet <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle Beiträge in Alles ansehen" rel="category tag">Alles</a>, geschrieben am 14. Juli 2007 von Georg</small> <div class="entry"> <p style="margin-bottom: 0cm"> <p style="margin-bottom: 0.4cm"><strong>oder: Warum Putin recht hat. </strong></p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Lange hat er es angedroht und heute hat er es umgesetzt: per Proklamation des Präsidenten setzt Russland den KSE-Vertrag, der die Abrüstung zwischen Nato und den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten regeln sollte aus. Unsere Politiker zeigen sich besorgt und halten dies für eine Belastung des Verhältnisses zwischen Russland und dem Westen. Anders ausgedrückt: Sie werfen Putin vor, den kalten Krieg wieder heraufzubeschwören und die Phase der Entspannung zu beenden.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm"><em>Doch ich muss hier ganz deutlich sagen: Putin hat Recht!</em></p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Was sind die Fakten?<br /> Der KSE-Vertrag wurde, wie gesagt, zwischen Nato und Warschauer Pakt geschlossen, um die Rüstung zu begrenzen und die Abrüstung zu regeln. Russland hat diesen Vertrag ratifiziert, die Nato nicht! Warum nicht? Die Nato verlangt vor einer Unterzeichnung die Einhaltung bestimmter Absprachen, z.B. dass Russland Truppen aus verschiedenen Staaten der ehemaligen GUS abzieht.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm"><em>Das ist gefährlicher politischer Unfug!</em></p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Ein Vertrag wird erst gültig, wenn er von beiden Vertragspartnern unterzeichnet – im Falle von Verträgen zwischen Staaten also ratifiziert – wurde. Die Nato ist damit noch nicht im Vertrag und somit offiziell immer noch eine Bedrohung für Russland. Würde Russland den Forderungen des Westens nachgeben und einseitig Forderungen erfüllen wäre der KSE-Vertrag kein Vertrag auf Augenhöhe, sondern käme der Unterzeichnung einer Kapitulation gleich. Dass der Westen nicht im Traum daran denkt, sich an den Vertrag zu halten, sieht man - aus der Sicht Russlands betrachtet - an den Vorbereitungen der USA, Raketenabwehrsysteme auf dem Boden der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten zu installieren.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Nun, könnte man vielleicht einwenden, Russland ist aber kein freier, demokratischer Staat, Putin ist (nach unserem „allgemeinem“ Verständnis) kein Demokrat. Wir können diesem Staat und diesem Menschen nicht vertrauen und dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist kann man doch gerade daran erkennen, dass es diese Forderungen nicht erfüllt, oder? Das ist ein beliebter Fehler – das Vermengen verschiedener ursprünglich voneinander getrennter Probleme/Fragestellungen.<br /> Das erste Problem ist der KSE-Vertrag, den die Nato mit Russland geschlossen hat. Das zweite Problem ist die Situation und Entwicklung in Russland.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Wenn wir mit der Regierung eines anderen Staates über einen Vertrag verhandeln, dann erkennen wir die Rechtmäßigkeit und Souveränität des Staates und der ihn vertretenden Regierung a priori (also im Voraus) soweit an als es für den betreffenden Vertrag notwendig ist – andernfalls dürfen wir konsequenterweise mit den Verhandlungen erst gar nicht beginnen.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Wenn wir nach den Verhandlungen gar mit der den Staat vertretenden Regierung einen Vertrag abschließen, so erkennen wir a priori die Vertrauenswürdigkeit dieser Regierung an. Andernfalls dürfen wir keinen Vertrag abschließen, womit aber auch die vorangegangenen Verhandlungen als absurd und Täuschung des „Partners“ zu werten wären. Ein bisschen schwanger geht nicht!!!</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm"><strong>„Wir“ und „Die“</strong></p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Es steht uns natürlich frei, an der Vertrauenswürdigkeit Putins und seiner Regierung zu zweifeln; wenn wir das tun, müssen wir Putin aber das selbe Recht zugestehen. Aus seiner Sicht hat Russland den Vertrag ratifiziert und der Westen rüstet im Gegenzug auf – nicht sehr vertrauenerweckend. „Aber wir tun was wir tun doch nur um den Frieden zu sichern!“ - Richtig aus unserer Sicht, aber muss das Putin auch so sehen? Die USA und Teile der Nato sind kürzlich völkerrechtswidrig in den Irak einmarschiert und jetzt stationiert die USA neue Waffen direkt vor der Haustür Russlands. Das sind Fakten! Wir, oder einige von uns, sagen, dass das zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit notwendig (gewesen) sei. Russland sagt, dass der Krieg in Tschetschenien und die in den ehemaligen GUS-Staaten stationierten Soldaten genau denselben Zielen dient. Aus unserer Sicht haben wir recht, aus der Sicht Russlands hat Russland recht – denn jeder hat seine Gründe.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Russland hat den KSE-Vertrag ratifiziert, die Nato nicht. Jetzt setzt Russland aufgrund der internationalen Entwicklung, die Russland natürlich aus russischer Sicht interpretiert, den KSE-Vertrag einseitig aus, wir können ihn nicht aussetzen, denn wir haben ihn ja noch gar nicht angenommen. Aus dem selben Grund können wir aber auch nicht den Finger gen Russland erheben. Aus russischer Sicht geht Russland nur an den Punkt zurück, an dem sich die Nato immer noch befindet.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Wir müssen endlich kapieren, dass wir mit dem Maßstab gemessen werden, den wir an die anderen anlegen … allerdings aus der uns fremden Sichtweise des jeweils anderen.</p> <p style="margin-bottom: 0.4cm">Merke: Es ist IMMER der Furz des anderen, der stinkt. Aber mit einer einzigen Ausnahme (nämlich mir selbst) bin IMMER ich der Andere.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> </div> <p class="postmetadata"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=17#respond" title="Kommentar zu Es ist immer der Furz des anderen, der stinkt!"> Schreiben Sie einen Kommentar »</a></p> <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=17" dc:identifier="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?p=17" dc:title="Es ist immer der Furz des anderen, der stinkt!" trackback:ping="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-trackback.php?p=17" /> </rdf:RDF></div> <div class="navigation"> <div class="alignleft"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/index.php?paged=2">« Frühere Beiträge</a></div> <div class="alignright"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/index.php?paged=2"></a></div> </div> </div> <div id="sidebar"> <ul> <li> <form method="get" id="searchform" action="/myblog/index.php"> <div><input type="text" value="" name="s" id="s" /> <input type="submit" id="searchsubmit" value="Suche" /> </div> </form> </li> <!-- <li><h2>Autor</h2> <p>See the <a href="all-about-robin.php">All About Robin</a> page for more information about me!</p> </li> --> <li> </li> <li><h2>Archive</h2> <ul> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200907' title='Juli 2009'>Juli 2009</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200906' title='Juni 2009'>Juni 2009</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200901' title='Januar 2009'>Januar 2009</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200812' title='Dezember 2008'>Dezember 2008</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200811' title='November 2008'>November 2008</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200803' title='März 2008'>März 2008</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200707' title='Juli 2007'>Juli 2007</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200704' title='April 2007'>April 2007</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200609' title='September 2006'>September 2006</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200604' title='April 2006'>April 2006</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200602' title='Februar 2006'>Februar 2006</a></li> <li><a href='http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200601' title='Januar 2006'>Januar 2006</a></li> </ul> </li> <li><h2>Themengebiete</h2> <ul> <li><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?cat=1" title="Alle unter Alles abgelegten Beiträge ansehen">Alles</a> (21) </li> </ul> </li> <li id="linkcat-2"><h2>Links</h2> <ul> <li><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/papstrede120906.htm" title="Papstrede an der Universität Regensburg am 12.09.2006">"Glaube, Vernunft, Universität"</a></li> </ul> </li> </ul> <table id="wp-calendar"> <caption>Januar 2012</caption> <thead> <tr> <th abbr="Montag" scope="col" title="Montag">M</th> <th abbr="Dienstag" scope="col" title="Dienstag">D</th> <th abbr="Mittwoch" scope="col" title="Mittwoch">M</th> <th abbr="Donnerstag" scope="col" title="Donnerstag">D</th> <th abbr="Freitag" scope="col" title="Freitag">F</th> <th abbr="Samstag" scope="col" title="Samstag">S</th> <th abbr="Sonntag" scope="col" title="Sonntag">S</th> </tr> </thead> <tfoot> <tr> <td abbr="Juli" colspan="3" id="prev"><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?m=200907" title="Zeige Beträge für Juli 2009">« Jul</a></td> <td class="pad"> </td> <td colspan="3" id="next" class="pad"> </td> </tr> </tfoot> <tbody> <tr> <td colspan="6" class="pad"> </td><td>1</td> </tr> <tr> <td>2</td><td>3</td><td>4</td><td>5</td><td>6</td><td>7</td><td>8</td> </tr> <tr> <td>9</td><td>10</td><td>11</td><td>12</td><td>13</td><td>14</td><td>15</td> </tr> <tr> <td>16</td><td>17</td><td>18</td><td>19</td><td>20</td><td>21</td><td>22</td> </tr> <tr> <td>23</td><td>24</td><td>25</td><td>26</td><td>27</td><td id="today">28</td><td>29</td> </tr> <tr> <td>30</td><td>31</td> <td class="pad" colspan="5"> </td> </tr> </tbody> </table> <ul> <!-- <li><h2>Technorati</h2></li> <script type="text/javascript" src="http://technorati.com/embed/8i45nj9kcp.js"> </script> --> <li> <h2>Meta</h2> <ul> <li><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/wp-login.php">Anmelden</a></li> <li><a href="http://validator.w3.org/check/referer" title="Diese Seite validiert als XHTML 1.0 Transitional">Gültiges <abbr title="eXtensible HyperText Markup Language">XHTML</abbr></a></li> <li><a href="http://gmpg.org/xfn/"><abbr title="XHTML Friends Network">XFN</abbr></a></li> <li><a href="http://wordpress.org/" title="Weblogprogrammierung: WordPress, state-of-the-art semantic personal publishing platform.">WordPress</a></li> </ul> </li> </ul> </div> <hr /> <div id="footer"> <p class="center"> Georg’s Blog-Weblogprogrammierung: <a href="http://wordpress.org">WordPress</a> <br /><a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?feed=rss2">Entries (RSS)</a> und <a href="http://georg.doll.untergrombach.net/myblog/?feed=comments-rss2">Comments (RSS)</a>. Site-Design: <a href="http://www.rhastings.net">Robin Hastings</a> <!-- 15 queries. 0.330 seconds. --> </p> </div> </div> <!-- Design by Robin Hastings - http://www.rhastings.net/ --> <div id="sk2-footer" style="color:#FFF; background-color:#444; padding: 3px 2px 3px 2px; border-top: #888 solid 1px;">This blog is protected by <a href="http://unknowngenius.com/blog/" title="Dave">dr Dave</a>'s <strong><a href="http://unknowngenius.com/blog/wordpress/spam-karma/" title="SK2">Spam Karma 2</a></strong>: <strong>2063</strong> Spams eaten and counting...</div> </body> </html>